
Du weißt, wer deine Zielgruppe ist — vielleicht hast du sogar einen ausgearbeiteten Avatar, mit Namen, Alter, Wohnort, Lebenssituation. Du kennst ihre Wünsche, ihre Ziele, vielleicht sogar ihren Lieblingskanal. Und trotzdem kauft niemand. Das liegt nicht daran, dass du deine Zielgruppe nicht gut genug kennst. Es liegt daran, dass der Avatar die falsche Frage beantwortet — und damit die wichtigste Frage offen lässt.
1. Warum ein Avatar nicht reicht.
Ein Avatar gilt als Grundlage für die Beschreibung der eigenen Zielgruppe . Fast jeder Kurs über Angebotsentwicklung beginnt damit. Du gibst ihr einen Namen, ein Alter, eine Lebenssituation. Du beschreibst, was sie liest, was sie kauft, was ihr wichtig ist. Das fühlt sich nach Klarheit an.
Ein Avatar beschreibt eine Person. Was dein Angebot braucht, ist etwas anderes: eine Identität — und die entsteht nicht aus biografischen Fakten, sondern aus Erfahrungen und Problemen.
Das ist ein grundlegender Unterschied. Und er erklärt, warum Angebote, die auf sorgfältig ausgearbeiteten Avataren basieren, trotzdem am Ziel vorbeigehen. Nicht weil der Avatar falsch ist. Sondern weil er auf der falschen Ebene ansetzt.
2. Was ein Avatar wirklich beschreibt — und was nicht.
Lass mich kurz bei dem bleiben, was ein Avatar eigentlich zeigt — und was er nicht zeigt:
Ein Avatar zeigt: Sie ist 42, lebt in einer Großstadt, hat zwei Kinder, liest Wirtschaftsmagazine, ist seit drei Jahren selbstständig. Das sind Fakten. Überprüfbar, konkret, ordentlich dokumentiert.
Was er nicht zeigt:
Was sie heute Abend nicht schlafen lässt. Was sie seit Monaten beschäftigt, ohne dass sie es jemandem gesagt hat. Welche Gedanken sie hat, wenn ein Launch nicht so läuft wie geplant — die Gedanken, die sie nicht auf Instagram postet.
Biografische Daten beschreiben eine Person.
Erfahrungen und Probleme beschreiben eine Identität.
Und Identitäten können sich decken, auch wenn die Personen auf dem Papier völlig verschieden sind.
Zwei Frauen, eine 38 und eine 54, aus verschiedenen Städten, mit verschiedenen Biografien — aber beide stecken gerade im selben Moment fest. Ihre Identitäten decken sich. Und genau deshalb spricht dein Angebot beide an, wenn du beim Problem anfängst.
3. Die Erdbeeren-Falle: Warum biografische Daten in die Irre führen
Ich habe Avatare gesehen, in denen stand: Sie isst gerne Erdbeeren. Sie fährt einen silbernen Kombi. Sie trinkt morgens Cappuccino.
Ich wette, du hast auch schon mal so einen Avatar erstellt — oder zumindest gesehen.
Das soll Spezifik erzeugen. Das Gefühl: Ich kenne diese Person wirklich. Ich kann mir vorstellen, wie sie lebt. Und dieses Gefühl ist nicht falsch — es ist nur nutzlos für die entscheidende Frage.
Ob jemand Erdbeeren mag oder Kaffee trinkt, sagt dir nichts darüber, welches Problem sie gerade hat. Es sagt dir nichts darüber, was sie nachts beschäftigt. Und es sagt dir schon gar nichts darüber, warum sie heute ein Angebot kaufen würde — und morgen nicht.
Wenn du physische Produkte verkaufst — Hautpflege, Kleidung, Lebensmittel — dann sind demografische Daten relevant. Sie helfen dir, Werbung zu schalten und Verpackungen zu gestalten.
Wenn du Wissen verkaufst, sind sie fast wertlos.
Was zählt, ist nicht wer jemand ist. Was zählt, ist was sie gerade durchmacht.
4. Was ich sehe, wenn Klientinnen mit ihrem Avatar zu mir kommen.
Eine Klientin kommt zu mir. Sie hat ihren Avatar dabei — ausgearbeitet, detailliert, manchmal mehrere Seiten lang.
Ich stelle eine Frage: Was ist das drückendste Problem dieser Person — in ihren Worten, nicht in deinen?
Was geht ihr durch den Kopf, wenn sie abends am Laptop sitzt und merkt, dass ihr Angebot sich nicht so verkauft wie erhofft?
Meistens entsteht eine kurze Pause. Dann kommt eine Antwort, die das Thema beschreibt. Nicht das Problem.
Nicht weil die Klientin ihre Zielgruppe nicht kennt. Sondern weil ihr Avatar sie trainiert hat, auf der falschen Ebene zu denken. Sie weiß, wer die Person ist. Sie weiß nicht, was diese Person gerade innerlich durchmacht.
Ein Avatar, der nur biografische Daten enthält, trainiert dich, die falsche Frage zu stellen. Und die falsche Frage führt zuverlässig zum falschen Angebot.
5. Identität entsteht nicht aus Fakten — sondern aus Erfahrung.
Hier liegt der eigentliche Kern — und er verändert alles, wenn du ihn wirklich verstehst.
Wer wir sind, entsteht nicht aus unseren biografischen Daten. Es entsteht aus dem, was wir erlebt haben. Aus den Momenten, die uns geprägt haben. Aus den Problemen, durch die wir gegangen sind — und den Fragen, die uns noch immer beschäftigen.
Und das ist der Punkt, der für dein Angebot alles verändert:
Wenn zwei Menschen dieselbe Erfahrung gemacht haben — wenn sie dasselbe Problem kennen, denselben Zweifel, denselben Moment des Festhängens — dann verbindet sie das. Nicht weil sie dieselbe Biografie haben. Sondern weil ihre Identitäten sich an dieser Stelle decken.
Das ist der Grund, warum ein Text, der ein konkretes Problem beschreibt, Menschen anspricht, die auf dem Papier völlig verschieden sind. Eine 35-Jährige und eine 55-Jährige lesen denselben Satz und denken beide: Das bin ich. Nicht weil sie dieselbe Person sind — sondern weil sie dieselbe Erfahrung kennen.
Wenn du beim Problem anfängst, findest du die Identität. Und wenn du die Identität triffst, sprichst du die richtigen Menschen an — egal welchen Kaffee sie trinken oder ob sie gern Erdbeeren essen.
5. Was sich verändert, wenn du beim Problem anfängst
Wenn du nicht mehr von der Biografie aus denkst, sondern vom Problem, verändert sich, wie du schreibst, wie du dein Angebot entwickelst — und wen du erreichst.
Deine Texte treffen Menschen, die sich sofort erkennen. Nicht weil du sie demografisch eingegrenzt hast, sondern weil du beschreibst, was sie gerade innerlich erleben. Dein Angebot wird von den richtigen Menschen gekauft — weil es das Problem löst, das ihre Identität gerade prägt. Deine Freebies ziehen Menschen an, die wirklich in deinem Ökosystem sein wollen. Und dein Content bekommt Resonanz — nicht Likes von Leuten, die dich nett finden, sondern Reaktionen von Menschen, die denken: Sie spricht genau von mir.
Und die Kehrseite.
Wenn du weiterhin vom Avatar aus denkst, wirst du weiter Angebote entwickeln, die an der Identität deiner Zielgruppe vorbeigehen. Du weißt dann vielleicht, dass sie einen silbernen Kombi fährt. Aber du weißt nicht, was sie gerade nicht schlafen lässt. Und das ist der einzige Unterschied, der beim Verkaufen zählt.
Das profitable Problem zu finden bedeutet: die Erfahrung und den Moment deiner Zielgruppe so genau zu kennen, dass ihre Identität sichtbar wird.
Genau das erarbeiten wir in der Get-it-done Week „Das profitable Problem" — konkret, mit deinem Thema und deiner Zielgruppe. Mit einer Struktur, die zeigt, wo du gerade stehst. Mit klarem Ergebnis.
Wenn du dabei sein möchtest, trag dich hier in die Warteliste ein:
Warum reicht ein Zielgruppen-Avatar nicht aus, um ein Angebot zu entwickeln?
Was unterscheidet eine Identität von einer Biografie?
Wie finde ich die Identität meiner Wunschkunden wenn nicht über den Avatar?
Wie finde ich die Identität meiner Wunschkunden wenn nicht über den Avatar?
Sind demografische Daten dann völlig nutzlos?
Was ist der Unterschied zwischen Zielgruppe kennen und profitables Problem kennen?
Was passiert in der Get-it-done Week „Das profitable Problem"?
Wer ich bin


